Anfang einer neuen Zeit

Liebe Jugendliche,

 

wir sind am Anfang einer neuen Zeit. Gesellschaftliche, politische, kirchliche, menschliche und persönliche Veränderungen verunsichern uns. Neue, unbekannte Wege liegen vor uns. Auch der Advent, ein Vorbereitungsweg Richtung Weihnachten (Jesus wird Mensch) der so sein kann wie immer oder neu, um eine Veränderung in meinem Leben zu bringen.

Neulich hörte ich im Radio einen geistlichen Impuls, der mich zum Nachdenken anregte. Es ging um die Aussage: "Gott führe dich auf seinen rechten Weg."

Dieser Wunsch, den wir bei so mancher Gelegenheit sagen, als gutgemeinter Trost, als Aufmunterung oder als Richtschnur und Segenswunsch.

Ich kam ins Nachdenken und fragte mich, was bedeutet das denn nun konkret? Ist Gott bei mir, wenn ich auf dem rechten Weg bin? Gibt es nur einen richtigen Weg und alle anderen sind falsch? "Wenn ich auf einem falschen Weg bin, ist Gott nicht bei mir." Aber gerade wenn ich scheitere, wenn ich in die Irre gehe, einen Umweg mache oder in einer Sackgasse stecke, wäre es doch wichtig, dass Gott bei mir ist.

Ist das mein Bild von Gott? Entspricht das einem barmherzigen, gütigen, liebenden und verzeihenden Gott? Für mich muss ich klar sagen, NEIN, das ist es nicht!

Ich glaube an Gott, 

der Gott, der mich begleitet, 

der mich stützt, 

der mir Rat gibt, Halt und Sicherheit, 

auch wenn ich scheitere, 

auch wenn ich stolpere, 

auch wenn ich in die Irre gehen.

Und, so unterschiedlich wie wir Menschen sind, so variabel sind unsere Wege. Er begleitet uns, auch wenn wir es vielleicht nicht immer merken. Er hat uns geschaffen als eigenverantwortliche Individuen mit Herz, Verstand und Willen. Er hat uns zu freien Menschen gemacht. Er lässt uns die Freiheit unsere eigenen Wege zu gehen, dabei ist sein Name zugleich seine Zusage und Versprechen: 

JAHWEH "Ich bin der ich bin da"

Ich bin für dich da. Ich begleite dich und lass dich nicht allein, egal was du tust und wohin du gehst. Dieses Versprechen Gottes wird konkret in der Menschwerdung seines Sohnes, unseres Bruders, Jesus Christus. Er kommt in unsere Welt, zu unseren Unsicherheiten, Veränderungen, Ängsten, Sorgen, Freuden, Glück. Durch ihn wird die Liebe Gottes zu uns Menschen sichtbar, weil Gottes Sohn unter uns ist, bei uns ist, und uns immer wieder die Hand reicht. Jesus lebte als Mensch unter Menschen mit der Gewissheit, dass Gott ihn nicht allein lässt. Er hat ihn begleitet, von Anfang an bei der Verkündigung in Nazareth, der Geburt in Betlehem, bei der Flucht nach Ägypten, seinem Leben im Umland von Jerusalem bis hin zum Tod am Kreuz auf Golgatha. Der ihn auferweckt und wieder in den Himmel geholt hat.

Mit dieser Gewissheit im Glauben wünsche ich uns einen guten Aufbruch, einen gesegneten Advent und vor allem die Erfahrung des liebevollen, barmherzigen Gottes, der uns auf unseren je eigenen Wegen begleitet, stärkt und annimmt, damit auch wir unsere Mitmenschen (alle, egal welcher Konfession, welchen Glauben, welches Aussehen und welcher Abstammung und Orientierung) annehmen und diese auf ihren Wegen begleiten können.

So kann die Botschaft der Engel an Weihnachten "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden allen Menschen seiner Gnade!" sich erfüllen und Realität werden.

 

Euer |

Diakon Hermann Klement